Beim sogenannten „Berliner Testament“ handelt es sich um eine Testamentsgestaltung, die langläufig sehr weit verbreitet ist.

Dabei setzen sich die Eheleute gegenseitig zu Erben ein, sodass wenn der eine stirbt, der andere zunächst alles erhält. Nach dem Tod des Letztversterbenden der beiden Eheleute soll dann das gemeinschaftliche Vermögen auf die gemeinsamen Kinder übergehen.

Häufig wird aber übersehen, dass das Berliner Testament aus erbschaftssteuerrechtlicher Sicht sehr nachteilhaft sein kann. Derzeit ist das Erbschaftssteuerrecht so ausgestaltet, dass Kinder nach ihren Eltern einen Freibetrag von jeweils 400.000,00 € pro Elternteil pro Kind besitzen. Erst wenn das Vermögen diesen Betrag pro Kind übersteigt, werden Erbschaftssteuern fällig.

Beim Berliner Testament erben die Kinder erst nach dem Tod des 2. Elternteils, sodass ein kompletter Freibetrag nach dem Tod des 1. Elternteils verschenkt wird.

Dies und vieles Weiteres kann im Einzelfall gegen ein Berliner Testament sprechen. Lassen Sie sich besser beraten!

Björn Jennert  Rechtsanwalt  Fachanwalt für Erbrecht