Manchmal kann sich das Verhältnis zu den eigenen Kindern im Laufe des Lebens verschlechtern. Spätestens bei der Anfertigung eines Testamentes stellt sich dann die Frage, was den Kindern, zu denen gar kein Kontakt mehr im Erbfall besteht, zusteht.

Grundsätzlich steht Kindern die enterbt worden sind ein Pflichtteilsanspruch zu.

Der Pflichtteilsanspruch ist ein Geldanspruch und die Kinder bekommen die Hälfte ihres gesetzlichen Erbteiles auf Verlangen ausbezahlt.

Beispiel: Ehepaar mit zwei Kindern Tina und Ben, und gemeinschaftlichem Vermögen von 400.000,00 €, Testament zu Gunsten des jeweiligen Ehepartners, im Schlusserbfall zu Gunsten von Tina.

Ansprüche des Ben: Im ersten Erbfall Pflichtteilsquote = 1/8 von 200.000,00 € = 25.000,00 €.
Ansprüche des Ben im zweiten Erbfall: Pflichtteilsquote = 1/4 von 375.000,00 € = 91.750,00 €.

Insofern wird deutlich, dass auch den enterbten Kindern noch ein erheblicher Geldbetrag zusteht. Hier hätte man durch verschiedene Maßnahmen die Pflichtteilsquote erheblich senken können.

Gerade wenn Immobilienbesitz besteht, kann durch vorweggenommene Erbfolge das Vermögen bereits an die nächste Generation verschoben werden und Pflichtteilsansprüche ausgehebelt werden.

Darüber hinaus hätte das Testament anders gestaltet werden müssen, damit der Pflichtteilsberechtigte nicht zwei Mal vom Vermögen des Erstversterbenden profitiert.

Durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen kann der auszuzahlende Betrag erheblich verringert werden.

Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch, um für Ihren Fall entsprechende Lösungsmöglichkeiten zu besprechen.

 

Tim Ladwig Rechtsanwalt  Fachanwalt für Erbrecht